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Trockenwiesen und -weiden

Trockenwiesen und -weiden (TWW) gelten als „Hotspots“ der Biodiversität: Die Hälfte der in der Schweiz vorkommenden Tierarten und zwei Drittel der heimischen Pflanzenarten (davon knapp 40% selten oder bedroht) kommen auf TWW-Flächen vor – darunter auch zahlreiche gefährdete Rote-Liste-Arten. Im UNESCO-Welterbe sind u.a. der Walliser Wermut, die eingedrückte Dornschrecke, der Steppenbär und der Wiedehopf charakteristische Arten auf TWW-Flächen.

Neben ihrer grossen ökologischen Bedeutung haben die Trockenwiesen und -weiden auch einen zentralen landschaftlichen und touristischen Wert, denn die artenreichen und farbenprächtigen Blumenwiesen sind ein typisches Element der Schweizer Kulturlandschaft.

Doch dieses Kulturgut ist bedroht: In den vergangenen 60 Jahren sind in der Schweiz rund 90% der TWW-Flächen verschwunden und es wird nach wie vor noch zu wenig für die Förderung und Erhaltung der sensiblen und wertvollen Lebensräume getan. Die TWW-Flächen sind durch Menschenhand geschaffene Lebensräume, die nur bestehen bleiben, wenn die Wiesen weiterhin extensiv genutzt werden. Doch immer mehr Grenzertragsflächen in steilen Berggebieten verbuschen und „walden ein“, weil die landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr rentiert und aufgegeben wird.

Massnahmen

In Zusammenarbeit mit Fachexperten – Biologen, Landwirten, kantonalen Dienststellen und den Welterbe-Gemeinden – werden bestehende und gefährdete TWW-Objekte in der Welterbe-Region analysiert und Massnahmen zur Förderung und Erhaltung der TWW-Flächen erarbeitet. Bewirtschaftungsverträge mit Landwirten sind dabei ebenso wichtig wie die Sensibilisierung der einheimischen Bevölkerung oder die Organisation von gezielten Weide- und Wiesenpflegemassnahmen im Rahmen von freiwilligen Arbeits- oder Zivildiensteinsätzen.

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