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Südalpine Tulpe

Die Südalpine Tulpe (Tulipa australis – Fam. Liliaceae) kommt in trockenen bis frischen, mässig fetten Bergwiesen und -weiden sowie auf feuchten Felsbändern vor. Die Pflanze ist 8-50cm hoch und entfal- tet von Mai bis Juni Ihre Farbenpracht mit den sechs gelben, aussen rot überlaufenen, spitzförmigen Blütenblättern.

Die Südalpine Tulpe ist in der Schweiz montan bis subalpin (1045-2080 m. ü. M.) verbreitet und ihr Vorkommen auf das Oberwallis beschränkt. In der Welterbe-Region ist sie zwischen Naters und Blat- ten, oberhalb Mund, über dem Gebidem-Stausee sowie im Aletschwald zu finden. Untersuchungen Ende der 1990er Jahre wiesen auf einen starken Schwund der seltenen und geschützten Pflanzenart hin. Die Gründe des Rückgangs dürften in der Intensivierung der Berglandwirtschaft, insbesondere im Düngen, im mehrmaligen Schnitt und in der grossflächigen Berieselung liegen.

Massnahmen

Fördermassnahmen zugunsten der Südalpinen Tulpe müssen sinnvollerweise in enger Zusammenar- beit mit lokalen Landwirten und Biologen ausgearbeitet werden. 2014 wurde in einem ersten Schritt die aktuelle Verbreitung der Südalpinen Tulpe in der Welterbe-Region vom einheimischen Biologe Ralph Imstepf systematisch erhoben, Gefährdungen aufgezeigt und mögliche Schutzmassnahmen vor- geschlagen. Die Feldaufnahmen bildeten die Basis für die Bewirtschaftungsverträge, die 2014 im Rahmen des Vernetzungsprojekts Naters (ÖQV) in zwei Fördergebieten abgeschlossen werden konn- ten und einen wichtigen Schritt für den längerfristigen Schutz der Standorte darstellen.

Weiter wird eine möglichst umfassende Sensibilisierung der einheimischen Bevölkerung und auswär- tigen Gästen angestrebt, welche den nachhaltigen Schutz der Südalpinen Tulpe stützen und das Bewusstsein fördern soll.

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